[Das Debüt 2021] Buchvorstellung: Flora S. Mahler „Julie Leyroux“ (Müry Salzmann Verlag)

Julie ist eine angesagte Kozeptkünstlerin, die bereits mit ihrer Abschlussarbeit international bekannt wird. Ihre Kunst ist rätselhaft, sie überrascht, hinterfragt und stellt der Gesellschaft immer wieder einen Spiegel vor die Nase. Doch auch wenn die ganze Welt Julie kennt und feiert, bleibt sie für ihre Mitmenschen stets nur eine offene Frage, die in Mahlers Roman aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird.

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Kunst für Max – Bilderbuchdebüt

Joanne Liu hat mit ihrem ersten Bilderbuch ein kluges Silent Book veröffentlicht, das Pflichtlektüre vor vor jedem Museumsgang mit kleinen Kindern sein sollte.

Die Rabaukin

Kinder und Kunst passen zusammen – das wird vermutlich jeder bestätigen, der einmal ein malendes Kind beobachtet hat. Es liegt ein ganz besonderer Zauber in der Freude eines Kindes über das eigene geschaffene Werk. Dennoch steht ein Besuch mit kleinen Kindern im klassischen Kunstmuseum für die meisten Eltern auf der Liste der Ausflugsziele eher weit unten. Wenn man nachhakt, woran das liegt, stößt man immer wieder auf die gleichen Bedenken: Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder sei zu kurz, dazu kämen noch die vielen Museumsregeln, die eher nicht der kindlichen Natur entsprächen und welches kleine Kind habe schon den nötigen Horizont, um die Werke angemessen zu erfassen? Bei dem Gedanken, mit einem eingeschränkten und gelangweilten Kleinkind im Museum zu sein, bricht den meisten Eltern dann auch schon der Schweiß aus. Schön, dass die Illustratorin Joanne Liu für diesen Fall schon mit einem Tuch parat steht, denn in ihrem Bilderbucherstling „Kunst für Max“…

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[Das Debüt 2021] Buchvorstellung: Anja Hirsch „Was von Dora blieb“ (C. Bertelsmann)

Ein Tagebuch des Vaters aus seinen Kinderjahren war der Auslöser zu diesem Roman. Denn nun eröffnete sich vor der Autorin ein Teil der bisher nicht bekannten Familiengeschichte. Dies ermutigte sie zur Recherche und bewegte schließlich dazu, um die Geschichte der eigenen Großmutter herum ihren ersten Roman aufzubauen. Entstanden sind dabei zwei zeitlich voneinander entfernte Geschichten, und zwar die in der Gegenwart platzierte Ehekrise von Isa und die Lebensgeschichte der Großmutter zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Beide Geschichten haben dabei wahrscheinlich mehr Überschneidungen, Spiegelungen und Berührungspunkte als man dies zunächst vermuten würde.

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[Das Debüt 2021] Buchvorstellung: Yvonne Zitzmann „Tage des Vergessens“ (Müry Salzmann Verlag)

Haben Sie sich schon mal heimlich gewünscht, eine Episode oder ein Erlebnis aus dem eigenen Leben gezielt vergessen zu können? Ohne Schmerzen. Ohne Opfergaben. Zielsicher. Einfach so. Gott habe in sieben Tagen die Welt geschaffen. Gleichermaßen soll es eine Woche dauern, bis man sich an das zu Vergessende nicht mehr erinnern, bis man um den seelischen Ballast erleichtert ein neues, glücklicheres Leben beginnen kann. Das verspricht man sich zumindest von einer solchen Pille…

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[Das Debüt 2021] Buchvorstellung: Clemens Bruno Gatzmaga „Jacob träumt nicht mehr“ (Karl-Rauch-Verlag)

Die Generation Y, die Digital Natives oder die sog. Millennials sind Bezeichnungen, die bereits seit vielen Jahren in unserem Sprachgebrauch existieren. Doch viele kennen diese mittlerweile nicht mehr so junge Generation, die sich die meiste Zeit hinter den Bildschirmen ihrer mobilen Endgeräte versteckt, kaum. Nun wagt Clemens Bruno Gatzmaga in seinem Debütroman „Jacob träumt nicht mehr“ (Karl-Rauch-Verlag) einen ironisch gefärbten Einblick in das Leben dieser Wesen. Die Darstellung trifft die meisten Vorstellungen über diese Generation auf den Punkt genau und führt sehr deutlich die Tücken und Gefahren des „neuen“ Lifestyles und der New Work vor die Augen.

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[Das Debüt 2021] Buchvorstellung: Armin Wühle „Getriebene“

In seinem Debütroman „Getriebene“ verarbeitet Armin Wühle gekonnt einige der während seiner Forschungsaufenthalte in zwei (ehemaligen) Kriegsgebieten gesammelten Eindrücke und Erlebnisse. „Getriebene“ ist ein durch und durch politisches Buch und zugleich ein literarisches Werk. Dem Autor gelingt es nämlich, einen differenzierten und frischen Blick auf einige aktuell geführte Diskurse zu werfen, ohne dass dabei die Ästhetik der Sprache vernachlässigt wurde.

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[Das Debüt 2021] Buchvorstellung: Esther Becker „Wie die Gorillas“

Esther Becker liefert einen Roman, der nicht von der erzählten Geschichte lebt, sondern sich vielmehr subtil in den Zwischenzeilen abspielt. Die schlaglichtartig erzählten Episoden aus dem Leben einer adoleszenten Ich-Erzählerin zeigen, dass eine Frau erst von der weiblichen Merkmale befreit, in einem Hosenanzug ohne den Kontrollblick der Gesellschaft und „wie die Gorillas“ stolzieren kann.

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