[Das Debüt 2020] Buchvorstellung: Jasmin Schreiber „Marianengraben“

Jasmin Schreiber legt mit ihrem Debütroman ein Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft, über die Trauerbewältigung und die Schuldgefühle nach dem Tod eines Familienmitglieds vor.

„Wie tief muss man tauchen, um einen leuchtenden und noch nicht entdeckten Tim-Fisch zu finden?“, fragtest du mich kurz vor deinem Tod.
„Ich weiß nicht, aber in der Tiefsee ist noch vieles unentdeckt. Da schwimmen sicher eine Menge potenzieller Tim-Fische herum.“
„Kannst du nicht so tief runtertauchen, bis du einen neuen Fisch entdeckst?“
„Puh, dafür brauche ich ja ein Team und einen Tauchroboter, aber theoretisch kann ich das machen, ja.“
„Nennst du ihn dann Tim-Fisch?“
„Auch das kann ich machen.“

Klappentext:

„Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.“ Quelle: eichborn Verlag

Schreibers Romandebüt ist in Form eines „Briefes“ an den verstorbenen Bruder Tim verfasst und entstand – wie dies der Roman nahelegt – nach dem Tod Helmuts, d.h. als das letzte Ereignis der Romanhandlung. Dabei thematisiert „Marianengraben“ gleich mehrere schwierige Themen der Gesellschaft, u.a. die Trauerbewältigung, die allgemeine Lage der älteren Generationen, das Anrecht auf Freitod oder darauf, auf dem eigenen Grundstück begraben zu werden. Auch die Themen Selbstbestimmung und Feminismus – das letztere scheint mir ein „Must-have“ der letzten zwei bis drei Jahre zu sein – fehlen nicht, was den Roman allerdings nicht gesellschaftlich relevanter und die Handlung nicht weniger vorhersehbar macht. Ein Vorzug des Romans ist dagegen die gewählte Darstellungsform mit humoresken Elementen, die es vermag, einem schwierigen Thema Leichtigkeit zu verleihen.

Leseprobe

Jasmin Schreiber, geboren 1988, ist studierte Biologin und arbeitet als Kommunikationsexpertin und Autorin. 2018 gewann sie den Digital Female Leader Award und wurde als Bloggerin des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin. Das Internet macht sie auf Twitter unter @LaVieVagabonde unsicher. Jasmin Schreiber lebt in Frankfurt am Main.

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