[Rezension] Verena Friederike Hasel – Lasse

Mutter werden ist nicht schwer, Mutter seinVerena Friederike Hasel - Lasse dagegen sehr?
Es ist das größte Wunder der Natur; neun Monate kämpfen sich schwangere Frauen durch kraftzehrende körperliche Veränderungen und erdulden all das für diesen einen Moment. Die Mutter sieht ihr Kind das erste Mal und wird von bedingungsloser Liebe, Glück und Bindungsgefühlen übermannt. Oder doch nicht? Verena Friederike Hasel nimmt sich in ihrem Debütroman Lasse einem gesellschaftlichen Tabuthema an. Eindringlich erzählt sie vom Schrecken fehlender Mutterliebe und der Verzweiflung des Alleinseins unter Vorzeigefamilien. Hätte die Autorin ihrer Figur auch abseits dieser Thematik ein wenig mehr Komplexität zugetraut, wäre dies ein großartiger Roman geworden. Weiterlesen

[Zweierlei] Simone Lappert – Wurfschatten

DSC_0314Bei fünf Teammitgliedern kommt es immer wieder vor, dass ein Buch nicht nur von einer Person, sondern gleich von mehreren gelesen wird. Und natürlich tauschen wir uns dann auch darüber aus. Um euch daran teilhaben zu lassen und euch dennoch nicht mit zwei ellenlangen Rezensionen zu langweilen haben wir uns für eine Besprechung in etwas kürzerer Form entschieden. Bei den Seitenspinnern sind wir auf einen Fragenkatalog gestoßen, der uns für unsere Zwecke geeignet schien und so haben wir uns davon inspirieren lassen.

Laura und ich haben Simone Lapperts Debütroman „Wurfschatten“ gelesen und unabhängig voneinander den Fragebogen ausgefüllt. Das Ergebnis könnt ihr nun hier sehen. Weiterlesen

[Interview] Heinz Helle

Heinz HelleHeinz Helle wurde 1978 geboren und lebt derzeit mit seiner Familie in Biel. Er studierte Philosophie in München und New York, arbeitete als Texter in Werbeagenturen und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel. 2013 bekam Helle im Zuge des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs den Ernst-Willner-Preis verliehen. Er ist dort mit einem Auszug aus seinem ersten Roman Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin angetreten, den der Suhrkamp Verlag im Februar 2014 veröffentlichte. Im September 2015 wird sein zweiter Roman Eigentlich müssten wir tanzen erscheinen.

In seinem Debütroman verknüpft er philosophische mit allzu weltlichen Problemen und zeigt, wie man ebenjene und sich selbst kaputtdenken kann. Helle lässt einen namenlosen Philosophie-Studenten vom Leben zu schnöder Theorie und wieder zurück taumeln, lässt ihn scheitern an Lehre, Liebe und seinem eigenen Ich und ihn letztendlich doch noch beim Leben oder dem, was man so bezeichnet, ankommen. Weiterlesen

[Rezension] Saskia Hennig von Lange – Zurück zum Feuer

Eine Sprache ohne Sprechen

Die Gedanken sind frei – das wissen wir nicht erst seit dem 19. Jahrhundert. Warum also nicht gerade in dieser Freiheit nach Antworten auf die Fragen suchen, die uns seit Menschengedenken beschäftigen? In ihrem Debütroman Zurück zum Feuer spürt Saskia Hennig von Lange existenziellen Themen nach und wird auf schmerzhaft anrührende Weise in den Köpfen ihrer Protagonisten fündig. Weiterlesen

[Das Debüt im LIVRES] Rückblick auf einen Abend voller Debüts

Als wir DAS DEBÜT starteten, war uns eines schnell klar: So schön das Hineinschreiben in das wabernde Nichts namens Internet auch ist, wir wollen uns nicht dahinter verstecken. Und so unbequem es auch klingen mag, aber allzu schnell gerät man als Blogger in eine bloße Konsumentenrolle, von der man sich immer wieder bewußt lösen muss, um nicht den Spaß an dem zu verlieren, das uns antreibt: Das aktive Gestalten eines literarischen Umfelds. Wir brauchen keine großen Namen, kein Berlin, Leipzig oder gar Hildesheim, Lesen und Diskutieren lässt sich überall. Aus diesem Grund haben wir auch unsere Veranstaltungsreihe „Das Debüt im LIVRES“ ins Leben gerufen, zwar ohne finanzielle Mittel, dafür aber mit viel Herzblut und Engagement. Und daran möchten wir euich hinter den Bildschirmen natürlich teilhaben lassen, allen die vor Ort waren, gewährt dieser Beitrag einen kurzen Rückblick auf einen stimmungsvollen Abend. Weiterlesen

[Interview] Saskia Hennig von Lange

© Stefan Freund

© Stefan Freund

Saskia Hennig von Lange ist 1976 geboren und lebt in Frankfurt am Main. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Sie forscht und arbeitet an der Justus-Liebig-Universität Gießen an ihrer Dissertation zum Verhältnis von Bild, Rahmen und Körper in der spätmittelalterlichen Kunst. 2013 veröffentlichte sie im Jung und Jung Verlag die Novelle Alles, was draußen ist. Im August erschien ihr Debütroman Zurück zum Feuer, für den sie den Hallertauer Roman-Debütpreis bekam.

In ihrem Debütroman klinkt sie sich geschickt in die Köpfe ihrer Protagonisten ein und erzählt eine Geschichte von existenzieller Wucht, die trotz allem nicht zarter hätte sein können. Wir begegnen einem sterbenden Max Schmeling, einem Ehepaar, das verzweifelt versucht, über einen Verlust hinwegzukommen und einem Haus voller letzter Augenblicke.

Ich habe mit Saskia Hennig von Lange über ihren Roman und das Schreiben gesprochen. Die Rezension findet ihr hier. Weiterlesen

[Fingerzeig] Jonathan Löffelbein – Der Besucher

Der kladde|buchverlag ist vieles, aber sicherlich nicht konventionell. Er finanziert seine Buchprojekte über Crowdfunding, d.h. die Leser bestimmen mit ihrer Zahlung, was gedruckt wird. Grund genug, einen genaueren Blick auf die derzeit dort laufenden Projekte zu werfen. Eines davon möchte ich euch hier besonders ans Herz legen.

Jonathan Löffelbein legt mit Der Besucher einen grotesken Roman vor, bei dem einem das Lachen gerne auch im Hals stecken bleiben darf. Sein Buch ist aktuell zu 97 % finanziert, für die restlichen 3 % bleiben ihm noch knapp elf Tage.

Im Anschluss an das Video findet ihr noch ein kleines Interview, das ich mit dem Autor geführt habe.

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