[Rezension] Ann Petry – The Street

Ein Gastbeitrag von Ansgar Skoda

Black books matter

Schwarzer Klassiker

Ann_Petry_The_StreetUS-Amerikanerin Ann Petry erzählt in „The Street“ von einer jungen Mutter im Harlem der 1940er. Ihr neu übersetzter Roman über Rassismus und Armut ist heute noch aktuell.

Aktuelle Proteste gegen Rassismus in den USA fördern auch hierzulande eine öffentliche Debatte. Die Diskussion entzündet sich oftmals am sogenannten Racial Profiling. Dies ist eine Praxis, bei der die Polizei Menschen aufgrund äußerer Merkmale und dem physischen Erscheinungsbild beurteilt und kontrolliert. Obwohl rassistisches Vorgehen bei Strafverfolgungsbehörden seit Jahren verboten ist, sind in der Praxis Täterprofile verbreitet. Hierzulande gibt es Beschwerdestellen, die in Fällen von rassistischer Diskriminierung beraten. Doch konkrete Forderungen nach unabhängigen, wissenschaftlichen Studien werden laut. Weiterlesen

[Rezension] Szilárd Borbély – Die Mittellosen

Ein Gastbeitrag von Ansgar Skoda

Leben ohne Wert

Mein Großvater hält die Kätzchen am Schwanz und knallt ihren Kopf gegen die mit Zement abgerundete Kante der Verandatreppe. Der kleine Körper schwingt leicht und pufft kaum hörbar, als würde man einen Lappen 42450ausschütteln. Dumpf knallt der weiche Nacken gegen die graue Zementkante. Aus dem verrutschten Maul gucken die spitzen Nadeln der winzigen Zahnreihe heraus. Unter den Lidern dreht sich kein Augapfel mehr. Der dunkle Spalt der länglichen Pupille weitet sich. (Szilárd Borbély, Die Mittellosen, Seite 93)

Der Roman Die Mittellosen des ungarischen Literaturwissenschaftlers und Lyrikers Szilárd Borbély verstört, wie kaum ein anderes literarisches Werk. Aus der kindlichen Perspektive eines Elfjährigen wird von einer lieblosen und lebensfeindlichen Erziehung in einer unzivilisierten und verrohten Gesellschaft erzählt. Weiterlesen

[Rezension] Virginia Woolf – The Voyage Out

Ein Gastbeitrag von Ansgar Skoda

static1.squarespace.comDie Britin Virginia Woolf (1882-1941) gilt als die bedeutendste Autorin der englischen Moderne. Zu ihren bekanntesten Werken gehört die fiktive und utopische Biographie Orlando (1928), die seinen adligen Protagonisten über einen Verlauf von mehreren Jahrhunderte zeigt und nicht altern, jedoch sein Geschlecht wandeln lässt. Im Gegensatz zu ihrem anerkannten Spätwerk wurde Woolfs Romandebüt The Voyage Out (1915) weniger beachtet und oft als komplexes Frühwerk abgetan. Das Debüt der Schriftstellerin, welches bereits eine Vielzahl literarischer Ideen und Themen der Autorin aufzeigt, wird Euch hier vorgestellt. Weiterlesen