[Das Debüt im LIVRES] Lesung und Interview mit Mercedes Lauenstein

Nachts_08.inddAm 01. Dezember 2015 war Mercedes Lauenstein in unserer Lesereihe Das Debüt im LIVRES zu Gast.

In ihrem Debüt Nachts lässt die Autorin ihre Protagonistin in Epidsoden die Nacht durchstreifen. Sobald diese des Nachts ein erleuchtetes Fenster sieht, klingelt sie an den Haustüren und verwickelt die Menschen in nächtliche Gespräche.

An diesem Abend bekamen wir und die Gäste von der Autorin auch endlich die Antwort auf die immer wiederkehrende Frage, ob es sich bei ihrem Debüt nun um einen Roman oder einen Erzählband handelt: „Also ich sag‘ immer, es ist ein Buch.“

Weitere Impressionen des Abends findet ihr nun im nachfolgenden Video.

[Rezension] Nachts – Mercedes Lauenstein

Wem würde ich begegnen, wenn ich in unserem Viertel nachts an Haus- und Wohnungstüren klingelte? Das fragt man sich wohl zwangsläufig, nachdem man „Nachts“ von Mercedes Lauenstein gelesen hat.

In Lauensteins Debüt läuft die Ich-Erzählerin nachts durch die Straßen der Stadt und klingelt an Türen, wenn sie irgendwo noch Licht brennen sieht. Sie gibt sich als Forscherin aus, die herausfinden will, was die Menschen nachts tun, wenn sie nicht schlafen. Die Protagonistin wird nicht von allen hereingelassen. Drei von zehn Wachenden machen ihr die Tür auf.

Die fünfundzwanzig Episoden handeln von den Menschen, die die Tür öffnen. Die Menschen, denen die Ich-Erzählerin begegnet, sind allein in ihrer Schlaflosigkeit. Sie vermissen jemanden, warten auf irgendwen, vielleicht schläft noch irgendwer im Nebenzimmer. Es scheint wie ein unausgesprochenes Gesetz dieser Begegnungen zu sein, dass neben der namenlosen Ich-Erzählerin und den Wachenden keine dritte Person anwesend sein darf. Sobald das Baby schreit, die Frau aufwacht oder eine Freundin anklingelt, verschwindet die Erzählerin in der Nacht. Weiterlesen

[Unterwegs] Der Debütantensalon 2015 im TAK, Berlin

DSC02214Was kann man an nasskalten Herbstabenden besseres tun, als sich aus den bemerkenswertesten Debüts des Jahres vorlesen zu lassen? Wie bereits letztes Jahr besuchte ich den Debütantensalon im TAK Berlin am 16.11.15 im Rahmen des Stadt Land Buch Lesemarathons. Dieses Mal lasen Mirna Funk, Kat Kaufmann, Jackie Thomae, Mercedes Lauenstein und Samira Kentrić aus ihren Debütromanen. Leider musste ich aus persönlichen Gründen in der Pause gehen und verpasste dadurch Mercedes Lauenstein und Samira Kentrić.

Moderiert von Knut Elstermann und getragen von den ausgesprochen sympathischen Autorinnen erlebte ich einen humorvollen und anregenden Abend, was ich nach den Ereignissen am letzten Freitag in Paris auch dringend brauchte. Weiterlesen

[Rezension] Verena Boos – Blutorangen

In die Gegenwart ist stets die Vergangenheit eingeschrieben. Manchmal kann man die Vergangenheit schwer entziffern, manchmal schwankt man zwischen verschiedenen Verena Boos - BlutorangenLesarten. Manchmal soll sie unausgesprochen bleiben und im kollektiven Schweigen aufgelöst werden. Doch Schweigen macht niemals etwas ungeschehen. Vergangenes ist auch unausgesprochen gegenwärtig, und eine gezogene Trennlinie zwischen Vergangenheit und Gegenwart erweist sich früher oder später als Illusion.
In Verena Boos‘ komplexem Debütroman „Blutorangen“ geht es um den Umgang mit der Vergangenheit. Es geht um Erinnerung und Schuld – und es geht um das Schweigen.
„Blutorangen“ ist ein historischer und gesellschaftspolitischer Roman, der sich dem Thema der Vergangenheitsbewältigung widmet. Er ist aber auch ein Familienroman, der zeigt, wie die „große“ Geschichte bis in den Mikrokosmos der Familie hineinreicht und sich schließlich in Familiengeheimnissen manifestiert. Weiterlesen

[Rückblende] Tanja Dückers – Spielzone // 1999

Tanja Dückers - SpielzoneMein erster Roman „Spielzone“ hat mich jahrelang in Anspruch genommen. Ich beneidete Autoren, die ihr Debüt in einem „Schreibrausch“ herunterschreiben konnten, ich habe damals genauso wie heute eher langsam und gründlich gearbeitet. Das Überarbeiten der Kapitel hat länger als das Schreiben gedauert. Auch musste ich viel recherchieren, da mein Roman viele realistische Rekurse auf die Berliner Bezirke Neukölln und Prenzlauer Berg enthielt. Die Recherche machte die halbe Arbeit aus. Als das Buch endlich erschien, war die Publikation für mich keine große Überraschung, weil ich vorher schon zwei Gedichtbände in einem Miniverlag veröffentlicht hatte – und viele Anthologiebeiträge. Sicher an die 20 oder 30. Ich gehörte nicht zu den superjungen Autoren, ich war schon 30, als mein Prosadebüt erschien. Bei den Gedichtbänden (einem deutschen und einem englischen) war ich 28 Jahre alt. Mein erster Verlag war ein Ein-Mann-Unternehmen, der Verlag hieß „Bonsai typArt-Verlag“. Der Name Bonsai war sehr treffend. Weiterlesen

[Unterwegs] Debütantensalon im TAK, Berlin

Gestern abend hatte ich in Berlin erneut die Möglichkeit, Debütanten dieses Jahres lesen zu © Laura Phören. Im Zuge des Lese-Marathons Berlin-Brandenburg „Stadt Land Buch“, der vom 16. – 23.11.2014 stattfindet, gaben sich vier Debütantinnen die Ehre: Sabine Kray, Christine Koschmieder, Verena Güntner und Alexandra Friedmann.© Laura P

Präsentiert und moderiert von RadioEins-Moderator Knut Elstermann lasen die Autorinnen knappe zwei Stunden aus ihren Romanen. Dennoch blieb zwischendurch noch genug Zeit für interessante Gespräche zwischen Moderator und Debütantinnen, was mir neulich beim Debütantenball bei Uslar + Rai ein bißchen gefehlt hatte.

Auch im Debütantensalon, der übrigens regelmäßig im TAK stattfindet, konnte ich wieder zahlreiche Inspirationen zu den „vielversprechendsten Romandebüts der Saison“ mitnehmen. So unterschiedlich die Debütromane der Autorinnen sind, sie machten mich allesamt neugierig. Weiterlesen

[Unterwegs] Debütantenball bei Uslar + Rai in Berlin

© Laura Pvon Laura P.

Simone Lapperts Buch „Wurfschatten“ ist Schuld daran, dass ich hier bin. Und das ist gut so. Zufällig stieß ich auf ZEIT online auf eine Rezension zu ihrem Debüt, sah dann, neugierig geworden, auf der Verlagsseite nach, und entdeckte den Hinweis auf den Debütantenball in der Buchhandlung Uslar + Rai am 04.11.14. Spontan entschied ich mich hinzufahren um die angekündigten Debütanten dieses Herbstes Simone Lappert, Ron Segal, Christine Koschmieder, Lisa Kreißler und Deniz Utlu lesen zu hören.

Jetzt sitze ich in dem gut gefüllten Raum der Buchhandlung, in der Stuhlreihen aufgestellt wurden. Man blickt auf ein rostfarbenes Ledersofa, auf dem die Autoren lesen werden. Es gibt Wasser und Wein, der im Eintrittspreis (7€) inbegriffen ist. Eine gemütliche und gespannte Atmosphäre, in die hinein Katharina von Uslar und Edgar Rai den Ball eröffnen. Sie ständen auf Erstlingsautoren, so die Begründung, und wollten gern die ihrer Meinung nach „tollsten und bemerkenswertesten Debüts dieses Herbstes“ vorstellen. Weiterlesen