[Rezension] Szilárd Borbély – Die Mittellosen

Ein Gastbeitrag von Ansgar Skoda

Leben ohne Wert

Mein Großvater hält die Kätzchen am Schwanz und knallt ihren Kopf gegen die mit Zement abgerundete Kante der Verandatreppe. Der kleine Körper schwingt leicht und pufft kaum hörbar, als würde man einen Lappen 42450ausschütteln. Dumpf knallt der weiche Nacken gegen die graue Zementkante. Aus dem verrutschten Maul gucken die spitzen Nadeln der winzigen Zahnreihe heraus. Unter den Lidern dreht sich kein Augapfel mehr. Der dunkle Spalt der länglichen Pupille weitet sich. (Szilárd Borbély, Die Mittellosen, Seite 93)

Der Roman Die Mittellosen des ungarischen Literaturwissenschaftlers und Lyrikers Szilárd Borbély verstört, wie kaum ein anderes literarisches Werk. Aus der kindlichen Perspektive eines Elfjährigen wird von einer lieblosen und lebensfeindlichen Erziehung in einer unzivilisierten und verrohten Gesellschaft erzählt. Weiterlesen

[Das Debüt 2016] And the winner is…

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(C) Joachim Gern

Mit einer kurzen Verzögerung möchten wir euch nun endlich nicht mehr länger auf die Folter spannen. Der Preis für den besten Debütroman 2016 geht an Shida Bazyar, die mit ihrem Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ die teilnehmenden Blogger von sich überzeugen konnte. Wir gratulieren herzlich und freuen uns schon jetzt auf die Preisverleihung im Frühjahr.

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[Interview] Katharina Winkler

Nach Uli Wittstocks Vorstellung möchten wir euch nun Katharina Winkler in einem Kurzinterview vorstellen.

winkler_katharina_2015-cstefan_kluter_1446x_sv1Katharina Winkler wurde 1979 in Wien geboren. Von  1997-2002 studierte sie Germanistik und Theaterwissenschaft an der Universität Wien. Mit Blauschmuck legt sie einen Debütroman vor, der „zur Gänze auf wahren Begebenheiten beruhe“.  Sie erhielt den „Bayern2-Wortspiele-Preis für junge Literatur“ zugesprochen, der mit einem Aufenthalt in der Villa Aurora verbunden ist. Heute lebt die Autorin in Berlin.

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[Das Debüt 2016] Die Shortlist

Featured Image -- 4112Bevor wir zur Verkündung der Shortlist kommen, möchten wir uns von ganzem Herzen bei allen teilnehmenden Autoren und Verlagen für das entgegengebrachte Vertrauen und die Aufgeschlossenheit gegenüber unserem neuen Literaturpreis bedanken. Es war uns eine große Freude die eingereichten Titel zu lesen und wir sind sicher, dass wir einige der Titel abseits von diesem Preis sicher auf die ein oder andere Weise noch würdigen können.

Nun soll das Warten aber ein Ende haben… Weiterlesen

[Interview] Heinz Helle

Heinz HelleHeinz Helle wurde 1978 geboren und lebt derzeit mit seiner Familie in Biel. Er studierte Philosophie in München und New York, arbeitete als Texter in Werbeagenturen und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel. 2013 bekam Helle im Zuge des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs den Ernst-Willner-Preis verliehen. Er ist dort mit einem Auszug aus seinem ersten Roman Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin angetreten, den der Suhrkamp Verlag im Februar 2014 veröffentlichte. Im September 2015 wird sein zweiter Roman Eigentlich müssten wir tanzen erscheinen.

In seinem Debütroman verknüpft er philosophische mit allzu weltlichen Problemen und zeigt, wie man ebenjene und sich selbst kaputtdenken kann. Helle lässt einen namenlosen Philosophie-Studenten vom Leben zu schnöder Theorie und wieder zurück taumeln, lässt ihn scheitern an Lehre, Liebe und seinem eigenen Ich und ihn letztendlich doch noch beim Leben oder dem, was man so bezeichnet, ankommen. Weiterlesen