[Zweierlei] Simone Lappert – Wurfschatten

DSC_0314Bei fünf Teammitgliedern kommt es immer wieder vor, dass ein Buch nicht nur von einer Person, sondern gleich von mehreren gelesen wird. Und natürlich tauschen wir uns dann auch darüber aus. Um euch daran teilhaben zu lassen und euch dennoch nicht mit zwei ellenlangen Rezensionen zu langweilen haben wir uns für eine Besprechung in etwas kürzerer Form entschieden. Bei den Seitenspinnern sind wir auf einen Fragenkatalog gestoßen, der uns für unsere Zwecke geeignet schien und so haben wir uns davon inspirieren lassen.

Laura und ich haben Simone Lapperts Debütroman „Wurfschatten“ gelesen und unabhängig voneinander den Fragebogen ausgefüllt. Das Ergebnis könnt ihr nun hier sehen. Weiterlesen

[Rückblende] Tanja Dückers – Spielzone // 1999

Tanja Dückers - SpielzoneMein erster Roman „Spielzone“ hat mich jahrelang in Anspruch genommen. Ich beneidete Autoren, die ihr Debüt in einem „Schreibrausch“ herunterschreiben konnten, ich habe damals genauso wie heute eher langsam und gründlich gearbeitet. Das Überarbeiten der Kapitel hat länger als das Schreiben gedauert. Auch musste ich viel recherchieren, da mein Roman viele realistische Rekurse auf die Berliner Bezirke Neukölln und Prenzlauer Berg enthielt. Die Recherche machte die halbe Arbeit aus. Als das Buch endlich erschien, war die Publikation für mich keine große Überraschung, weil ich vorher schon zwei Gedichtbände in einem Miniverlag veröffentlicht hatte – und viele Anthologiebeiträge. Sicher an die 20 oder 30. Ich gehörte nicht zu den superjungen Autoren, ich war schon 30, als mein Prosadebüt erschien. Bei den Gedichtbänden (einem deutschen und einem englischen) war ich 28 Jahre alt. Mein erster Verlag war ein Ein-Mann-Unternehmen, der Verlag hieß „Bonsai typArt-Verlag“. Der Name Bonsai war sehr treffend. Weiterlesen

[Interview] Heinz Helle

Heinz HelleHeinz Helle wurde 1978 geboren und lebt derzeit mit seiner Familie in Biel. Er studierte Philosophie in München und New York, arbeitete als Texter in Werbeagenturen und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel. 2013 bekam Helle im Zuge des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs den Ernst-Willner-Preis verliehen. Er ist dort mit einem Auszug aus seinem ersten Roman Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin angetreten, den der Suhrkamp Verlag im Februar 2014 veröffentlichte. Im September 2015 wird sein zweiter Roman Eigentlich müssten wir tanzen erscheinen.

In seinem Debütroman verknüpft er philosophische mit allzu weltlichen Problemen und zeigt, wie man ebenjene und sich selbst kaputtdenken kann. Helle lässt einen namenlosen Philosophie-Studenten vom Leben zu schnöder Theorie und wieder zurück taumeln, lässt ihn scheitern an Lehre, Liebe und seinem eigenen Ich und ihn letztendlich doch noch beim Leben oder dem, was man so bezeichnet, ankommen. Weiterlesen

Das Neujahrsgeschenk

Einige von euch werden es sicher mitbekommen haben. „Das Debüt“ hat Weihnachten ein wenig verschlafen und den 24. Das NeujahrsgeschenkDezember im Adventskalender schlichtweg außer Acht gelassen. Wir hoffen dennoch, ihr hattet besinnliche Feiertage und viel Lesezeit. Falls ihr es euch nicht mit einem Debütroman bequem machen konntet, habt ihr nun noch einmal die Gelegenheit dazu.

Wir möchten das neue Jahr gebührend mit euch feiern und verlosen den Debütroman einer Autorin, die derzeit mit ihrem dritten Roman viel Aufmerksamkeit erlangt. In ihrem Erstling widmet die Autorin sich einem großen Verlustschmerz und dem turbulenten Abschied von einer Jugend. Mehr möchten wir an dieser Stelle aber nicht verraten. Weiterlesen

[Unterwegs] Wahnsinn, dieses Richtungsding!

Das Richtungsding-Team hat in seiner Ankündigung nicht zu viel versprochen: Im Mülheimer Ringlokschuppen erwartet die Gäste ein wunderbares Literaturfest mit anspruchsvollen Texten und gut aufgelegten Autoren, die Fahrgemeinschaften gebildet haben, um trotz Streik aus München, Mainz, Hamburg beim Richtungsding dabei sein zu können.
Und spätestens als ein Autor seinen Text in Unterhosen und mit Schwert in der Hand vorträgt, ist der Beweis erbracht: Auch nach vier Jahren und acht Ausgaben bleibt das Richtungsding frisch und überraschend.

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[Unterwegs] Debütantenball bei Uslar + Rai in Berlin

© Laura Pvon Laura P.

Simone Lapperts Buch „Wurfschatten“ ist Schuld daran, dass ich hier bin. Und das ist gut so. Zufällig stieß ich auf ZEIT online auf eine Rezension zu ihrem Debüt, sah dann, neugierig geworden, auf der Verlagsseite nach, und entdeckte den Hinweis auf den Debütantenball in der Buchhandlung Uslar + Rai am 04.11.14. Spontan entschied ich mich hinzufahren um die angekündigten Debütanten dieses Herbstes Simone Lappert, Ron Segal, Christine Koschmieder, Lisa Kreißler und Deniz Utlu lesen zu hören.

Jetzt sitze ich in dem gut gefüllten Raum der Buchhandlung, in der Stuhlreihen aufgestellt wurden. Man blickt auf ein rostfarbenes Ledersofa, auf dem die Autoren lesen werden. Es gibt Wasser und Wein, der im Eintrittspreis (7€) inbegriffen ist. Eine gemütliche und gespannte Atmosphäre, in die hinein Katharina von Uslar und Edgar Rai den Ball eröffnen. Sie ständen auf Erstlingsautoren, so die Begründung, und wollten gern die ihrer Meinung nach „tollsten und bemerkenswertesten Debüts dieses Herbstes“ vorstellen. Weiterlesen

[Diskussionsrunde] Schriftsteller – Beruf oder Berufung?

Bisher war meine Vorstellung vom Debütanten und generell vom Schriftsteller eindeutig romantisch geprägt und ähnelte Carl Spitzwegs Gemälde „Der arme Poet“ (1839). Doch mein Bild von einem Debütanten, der nicht mehr schweigen kann und der Nachwelt, koste es, was es wolle (auch die eigene Gesundheit und das Leben), seine offenbarende Meinung aufschreiben muss, wurde von Florian Kessler schnell korrigiert.

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