[Rückblende] Lucy Fricke – Durst ist schlimmer als Heimweh // 2007

51GwPSqnC1L._SX301_BO1,204,203,200_Es war schlimm. Rückblickend würde ich sagen, ich habe nur weitergemacht, weil ich das nicht auf mir sitzen lassen konnte. Weil das bitte nicht alles sein durfte. Die Probleme begannen früh und sie begannen natürlich bei mir. Ein Buch zu schreiben, ein Buch zu veröffentlichen, Schriftstellerin zu werden, das war der Traum schlechthin, ein regelrechter Lebenstraum. Wenn sich ein solcher Traum erfüllt, sind die Erwartungen enorm. Das war das erste Problem: Ich hatte gedacht, alles würde sich ändern. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein Traum sich erfüllen kann und gleichzeitig absolut nichts passiert. Dass die Erfüllung quasi vor einem auf dem Boden herumkriecht. Weiterlesen

[Rückblende] Georg Klein – Libidissi //1998 bzw. Barbar Rosa // 1991/2001

1998

Georg Klein // 1998

Da Debüt „Anfang“ heißt, müsste das sogenannte literarische Debüt doch ein bestimmtes Beginnen bezeichnen. Aber was oder wer beginnt hier eigentlich womit? Dass derjenige, der plötzlich als Debütant gehandelt wird, erst vor kurzem mit dem Schreiben begonnen hat, dürfte höchst selten der Fall sein. Fast immer gibt einen Vorlauf, der in der Regel mindestens ein paar Jahre umfasst. Bei mir liegen zwischen den ersten ernsten Schreibversuchen in den mittleren 70er Jahren und der ersten Buchveröffentlichung 1998 sogar mehr als zwei Jahrzehnte. Weiterlesen

[Rückblende] Tanja Dückers – Spielzone // 1999

Tanja Dückers - SpielzoneMein erster Roman „Spielzone“ hat mich jahrelang in Anspruch genommen. Ich beneidete Autoren, die ihr Debüt in einem „Schreibrausch“ herunterschreiben konnten, ich habe damals genauso wie heute eher langsam und gründlich gearbeitet. Das Überarbeiten der Kapitel hat länger als das Schreiben gedauert. Auch musste ich viel recherchieren, da mein Roman viele realistische Rekurse auf die Berliner Bezirke Neukölln und Prenzlauer Berg enthielt. Die Recherche machte die halbe Arbeit aus. Als das Buch endlich erschien, war die Publikation für mich keine große Überraschung, weil ich vorher schon zwei Gedichtbände in einem Miniverlag veröffentlicht hatte – und viele Anthologiebeiträge. Sicher an die 20 oder 30. Ich gehörte nicht zu den superjungen Autoren, ich war schon 30, als mein Prosadebüt erschien. Bei den Gedichtbänden (einem deutschen und einem englischen) war ich 28 Jahre alt. Mein erster Verlag war ein Ein-Mann-Unternehmen, der Verlag hieß „Bonsai typArt-Verlag“. Der Name Bonsai war sehr treffend. Weiterlesen