[Rezension] Saskia Hennig von Lange – Zurück zum Feuer

Eine Sprache ohne Sprechen

Die Gedanken sind frei – das wissen wir nicht erst seit dem 19. Jahrhundert. Warum also nicht gerade in dieser Freiheit nach Antworten auf die Fragen suchen, die uns seit Menschengedenken beschäftigen? In ihrem Debütroman Zurück zum Feuer spürt Saskia Hennig von Lange existenziellen Themen nach und wird auf schmerzhaft anrührende Weise in den Köpfen ihrer Protagonisten fündig. Weiterlesen

[Interview] Saskia Hennig von Lange

© Stefan Freund

© Stefan Freund

Saskia Hennig von Lange ist 1976 geboren und lebt in Frankfurt am Main. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte. Sie forscht und arbeitet an der Justus-Liebig-Universität Gießen an ihrer Dissertation zum Verhältnis von Bild, Rahmen und Körper in der spätmittelalterlichen Kunst. 2013 veröffentlichte sie im Jung und Jung Verlag die Novelle Alles, was draußen ist. Im August erschien ihr Debütroman Zurück zum Feuer, für den sie den Hallertauer Roman-Debütpreis bekam.

In ihrem Debütroman klinkt sie sich geschickt in die Köpfe ihrer Protagonisten ein und erzählt eine Geschichte von existenzieller Wucht, die trotz allem nicht zarter hätte sein können. Wir begegnen einem sterbenden Max Schmeling, einem Ehepaar, das verzweifelt versucht, über einen Verlust hinwegzukommen und einem Haus voller letzter Augenblicke.

Ich habe mit Saskia Hennig von Lange über ihren Roman und das Schreiben gesprochen. Die Rezension findet ihr hier. Weiterlesen

[Rezension] Katharina Hartwell – Das fremde Meer

„Die Veränderung hat das Haus umzingelt, die Zeit ist wie eine große, unaufhaltsame Welle über den Ort hinweggegangen, und vor der Haustür hat sie nicht Halt gemacht. Auch Paul hat sie gefunden, zwischen den vergilbten Postern und leiernden Kassetten hat sie ihn gefunden. So wie sie mich findet, wie sie uns alle finden wird, denn die Veränderung ist ja schon in uns, ist in unseren Körpern angelegt, die zerfallen, sich neu aufbauen, sich reparieren und wieder zersetzen und endgültig zersetzen.“

© Laura P

Alles ist miteinander verbunden. Die Liebenden, die Suchenden, die Verlorenen, die Bäume und die Häuser und das Meer. Immer wieder das Meer. Das Meer, das so undurchdringlich und übermächtig ist, das ewig seine Wellen ans Land trägt, und nie das gleiche Meer ist, stets in Veränderung begriffen. Marie und Jan sind miteinander verbunden. In all den zehn Geschichten dieses Debütromans begegnen sie sich auf verschiedenste Art, sie finden sich, verlieren sich, halten sich aneinander fest. Weiterlesen