[Rezension] Mirna Funk – Winternähe

u1_978-3-10-002419-0Wie es sich anfühlt, heute als Jüdin in Berlin oder Tel Aviv zu leben, darüber schreibt Mirna Funk in ihrem Debütroman. Ihre Protagonistin Lola ist auf Identitätssuche: Wer legt fest, ob man eine jüdische Identität hat? Der orthodoxe Rabbi oder die Geschichte, das Umfeld oder doch man selbst? Lola verlässt Berlin, nachdem sie sich von Antisemiten umgeben fühlt. Kollegen, selbst Freunde und Bekannte, von denen sie es nicht angenommen hätte, offenbaren mit einem Male ihre antisemitischen Gedanken ihr gegenüber, ihr, der Jüdin. In Tel Aviv und in Bangkok sucht Lola nach Identität, Liebe, Halt, Klarheit. Und versucht nebenbei auch noch den verebbten Kontakt zu ihrem Vater Simon wieder aufleben zu lassen.

Lola flüchtet und ist doch eine starke Persönlichkeit: Sie lässt sich nichts gefallen, verharrt nicht passiv in einer ihr zugeschriebenen Rolle, sondern sie wehrt sich. Sie schreit, provoziert, macht sichtbar. Das macht sie zu einer ausgesprochen sympathischen Protagonistin. „Winternähe“ lebt als Geschichte insbesondere durch Lola, ihren Charakter und die Menschen mit denen sie zu tun hat, vor allem Shlomo. Weiterlesen

[Interview] Das Debüt im Gespräch mit Mirna Funk „Winternähe“

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Im Buchmesse-Wahnsinn, zwischen den Verlagsgesprächen, Lesungen und anderen Beschäftigungen haben wir uns am 16.10.2015 zu einer Abendstunde in einem Café mit Mirna Funk getroffen, um über ihren ersten Roman „Winternähe“ zu sprechen. Ein Video zu diesem Gespräch findet ihr in unserem Buchmesse-Beitrag. Da aber die Tonqualität nicht zufriedenstellend ist, haben wir uns entschlossen, dieses Gespräch zu Papier zu bringen. Es wäre nämlich viel zu schade, wenn dieses Gespräch aufgrund schlechter Tonqualität nicht wahrgenommen würde.

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