[Rückblende] Lucy Fricke – Durst ist schlimmer als Heimweh // 2007

51GwPSqnC1L._SX301_BO1,204,203,200_Es war schlimm. Rückblickend würde ich sagen, ich habe nur weitergemacht, weil ich das nicht auf mir sitzen lassen konnte. Weil das bitte nicht alles sein durfte. Die Probleme begannen früh und sie begannen natürlich bei mir. Ein Buch zu schreiben, ein Buch zu veröffentlichen, Schriftstellerin zu werden, das war der Traum schlechthin, ein regelrechter Lebenstraum. Wenn sich ein solcher Traum erfüllt, sind die Erwartungen enorm. Das war das erste Problem: Ich hatte gedacht, alles würde sich ändern. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein Traum sich erfüllen kann und gleichzeitig absolut nichts passiert. Dass die Erfüllung quasi vor einem auf dem Boden herumkriecht. Weiterlesen

[Das Debüt 2017] And the winner is…

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Steffi Roßdeutscher/ © Diogenes Verlag

Es ist endlich soweit. Wir haben uns durch 16.335 Seiten gewühlt, aus 64 Romanen eine Shortlist mit fünf Kandidaten erstellt und diese von den teilnehmenden Bloggern bewerten lassen. Diese Blogger haben sich nun mit ihrer Stimmabgabe entschieden:

Der Preis für den besten Debütroman 2017 geht an Klaus Cäsar Zehrer, der mit insgesamt 46 Punkten für seinen Roman Das Genie das Rennen macht. Wir gratulieren an dieser Stelle herzlich!

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[Interview] Christian Bangel

Kurz vor dem Jahreswechsel möchten wir noch unsere Reihe der Kurzinterviews fortsetzen. Nach Julia Weber, Klaus Cäsar Zehrer und Jovana Reisinger folgt nun das Interview mit Christian Bangel, der mit seinem Debütroman Oder Florida auf unserer Shortlist zum besten Debütroman des Jahres steht.

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© Maurice Weiss

Christian Bangel wurde 1979 in Frankfurt (Oder) geboren. Während seines Geschichtsstudiums gründete er das Netzmagazin Zuender für Zeit Online. 2008 wurde  das Anti-Rechtsextremismus-Blog Störungsmelder, das Bangel zusammen mit Markus Kavka und anderen entwickelte, mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Ab 2010 war er Nachrichtenredakteur bei Zeit Online, seit 2012 ist er dort Chef vom Dienst. Weiterlesen

[Rezension] Jens Eisel – Hafenlichter. Stories

HafenlichterSchade, dass Leuchtbuchstaben auf einem Buchcover nicht flackern. Das wäre das I-Tüpfelchen auf diesem literarischen Streifzug über die Reeperbahn gewesen. In seinem Debüt „Hafenlichter. Stories“ erzählt Jens Eisel 17 Kurzgeschichten. Sie tragen Titel wie „Hunde“, „Brüder“, „Die Werkstatt“, „Der Alte“ oder „Sturm“ und spielen allesamt in einer unwirtlichen Cin Sity namens Hamburg. Leider beschwört Eisel diese trostlose Schattenwelt nicht nur herauf, sondern er reizt sie auch bis zur Schmerzgrenze aus.

Nach der Ouvertüre „Hunde“ weiß man, woher der Wind weht: aus einer archaischen Männer-Unterwelt. Der Ich-Erzähler beschreibt seine wortkarge Freundschaft zu Henning, einem Ex-Häftling. Langsam geht es für Henning, der „mindestens einen Kopf größer … und doppelt so breit“ ist wie der Protagonist, nach der Entlassung bergauf. Doch kurz bevor sich die düstere Vergangenheit in Wohlgefallen auflöst, kommt es zur Katastrophe.

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