[Das Debüt 2017] And the winner is…

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Steffi Roßdeutscher/ © Diogenes Verlag

Es ist endlich soweit. Wir haben uns durch 16.335 Seiten gewühlt, aus 64 Romanen eine Shortlist mit fünf Kandidaten erstellt und diese von den teilnehmenden Bloggern bewerten lassen. Diese Blogger haben sich nun mit ihrer Stimmabgabe entschieden:

Der Preis für den besten Debütroman 2017 geht an Klaus Cäsar Zehrer, der mit insgesamt 46 Punkten für seinen Roman Das Genie das Rennen macht. Wir gratulieren an dieser Stelle herzlich!

Natürlich möchten wir euch die Beiträge der Blogger nicht vorenthalten. Die Links in den Klammern führen zu den Entscheidungsbeiträgen, in denen die Blogger ihren drei Favoriten die Punkte geben.

das-genie-9783257069983Katja Plifke (Zwischen den Seiten) zeigt sich vom Roman „von Anfang bis Ende begeistert. Die Thematik, die Art von Zehrer zu Schreiben und zu Erzählen, das Schicksal von William James Sidis, die philosophischen und mathematischen Erörterungen – einfach alles. Großartig. Einfach nur großartig. Ich bin verliebt in dieses Buch.

Fabian Neidhardt (mokita) war sich ziemlich sicher, dass er das Buch nicht mögen würde, blieb dann aber doch hängen in der Geschichte. „Zehrer hat es geschafft, mich zu unterhalten, mit einer skurrilen Geschichte, einer eigenen Sprache, hat mich darüber hinaus dazu gebracht, über mein eigenes Leben […] nachzudenken.“

Nadine Henning (Tausend Leben) fand die Geschichte um William James Sidis faszinierend und bewegend. Besonders beeindruckt hat sie, „dass das Buch ein tolles Panorama des 20. Jahrhunderts zeichnet: wie Leben und Arbeiten sich verändert haben, wie sich die Erforschung geistiger Krankheiten, Psychologie und Psychoanalyse entwickelt haben und die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in den USA.“


Platz 2 belegt mit insgesamt 23 Punkten Christian Bangel mit seinem Debütroman Oder Florida.

csm_produkt-12999_b48b39d8cbPetra Reich (Literaturreich) habe Bangels Roman vor allem überrascht. Es sei ein Buch, das sie nicht nur gut unterhalten habe und sehr amüsant war, sondern auch die wichtigen Fragen danach, was bei der Vereinigung der beiden Deutschland falsch gelaufen sein könnte, warum auch so viele Jahre nach 1989 so viel Unverständnis auf beiden Seiten herrscht, ein ganz klein wenig beleuchte.

Marc Richter (Lesen macht glücklich) betont die Aktualität des Romans und sieht in ihm eine Fortsetzung zu Peter Richters „89/90“. Er hält Oder Florida für einen gelungenen Roman, „der die Befindlichkeiten zwischen Ossi und Wessi aufzeigt und die gegenseitigen Missverständnisse deutlich herausschält.

Ruth Justen (Ruth liest) zeigt sich vor allem von der Leichtigkeit des Erzählens beeindruckt, mit der Bangel sie virtuos unterhalte und ihr gleichzeitig viel Wissenswertes über das Leben in Ost und West in den 90er Jahren vermittle.


Mit insgesamt 19 Punkten wurde Julia Weber mit ihrem Roman Immer ist alles schön auf den dritten Platz gewählt.

9783857918230Friederike Kenneweg (frintze) ist überzeugt von Julia Webers „kunstvoll und zugleich einfühlsam“ erzählter Geschichte. „Der Roman legt den Finger immer wieder an die Stellen im Zwischenmenschlichen, an denen es wehtut – dahin, wo Liebe und Schmerz sich treffen.“

Eva Nagl-Jancak (Literaturgeflüster) findet vor allem die Gegenüberstellung von bedrückendem Thema und poetisch schöner Sprache faszinierend. Weber schreibe auf eine Art und Weise, wie sie es vorher noch nicht gelesen habe.

Marc Richter (Lesen macht glücklich) hat Webers Roman tief berührt. „Die Interaktion zwischen den zwei Sprachrohren Anais und ihrer Mutter ist fantastisch geschrieben und vieles, was da beschrieben wird, kann einen nicht kalt lassen. […] Auch im Nachhinein hat mich diese Geschichte nicht losgelassen und wird mich auch weiterhin noch ein Stück begleiten.“


Platz 4 belegt mit insgesamt 17 Punkten Juliana Kálnay mit ihrem Debütroman Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens.

9783803132840Marina Büttner (Literatur leuchtet) ist begeistert von diesem außergewöhnlichen Debüt, das sich in seiner Machart „konsequent abhebt von vielem, was derzeit auf den Buchmarkt geworfen wird.“ Sie hebt die abgebrochenen Handlungen, offenen Fragen und das schräge Personal hervor.

Silvia Walter (Leckere Kekse) empfindet den Roman als äußerst gelungen und stimmig. „Thema, Stil, etwas Neues, Nachhall: alles stimmt für mich.“ Beeindruckt zeigt sie sich von den vielen unterschiedlichen Stilen und den Details, die geschickt ineinandergreifen.

Angelika Abels (Angelika liest) überzeugt das Buch durch seine Vielschichtigkeit. „Ein Buch, dass ganz nett geschrieben ist, teilweise sehr feinsinnig und poetisch, dann wiederum surreal und mystisch, doch letztendlich eine Geschichte über Menschen wie Du und ich, die Dinge erleben.“


Auf Platz 5 mit insgesamt 12 Punkten befindet sich Jovana Reisinger mit ihrem Roman Still halten.

1727_LJanine Rumrich (Frau Hemingway) empfindet Jovana Reisinger als eine ungewöhnliche und aufregende neue Stimme in der Literatur, die mit ihrem unbequemen Stil äußerst mutig ist. Noch nie habe sie jemanden so schreiben gesehen wie sie. „Die Geschichte um die namenlose Protagonistin ist bedrückend und beeindruckend zugleich.“

Andrea Blank (lohnt das Lesen) ist beeindruckt von der konsequenten Erzählweise, die dem Leser die psychische Erkrankung der Protagonistin schonungslos ehrlich näherbringt.

Katja Plifke (Zwischen den Seiten) hat Reisingers Debütroman sofort in den Bann gezogen. Die fast schon filmische Darstellung einer Frau, die am Gesellschaftsdruck zugrunde geht, überzeugt völlig. „Ein Buch, welches bedrückend lebendige Bilder entstehen lässt. Die Gedanken einer Frau, die den Leser einem Mahlstrom gleich hinab ziehen.“


Weitere Links zu Rezensionen der einzelnen Titel und Auoreninterviews der Juryblogger

Das Genie

Oder Florida

Immer ist alles schön

Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens

Still halten

 

 

 

 

5 Gedanken zu “[Das Debüt 2017] And the winner is…

  1. Auch hier, herzlichen Glückwunsch an Autor und Verlag zum Gewinn, der am Ende doch deutlicher ausgefallen ist, als es die zwischenzeitlichen Diskussionen erahnen ließen.
    Ich habe zwar noch keinen Beitrag zum Buch geschrieben, konnte mich trotz allem Positivem, was man dem Buch anrechnen kann, nicht dafür erwärmen. Dafür war mir die Hauptfigur zu fern und manche Dinge zu kurz abgehandelt, wo ich gern noch mehr eingestiegen wäre. Positiv zu erwähnen ist der klare, schnörkellos Stil Zehrers und die aufgezeigten Entwicklung Amerikas Ende des 19 Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des Zwanzigsten. Jedoch auch hier mein persönliches Problem der Oberflächlichkeit an gewissen Stellen.

    Allgemein finde ich es in diesem Jahr sehr interessant, dass die zwei lesbarsten Titel auf den Plätzen 1 und 2 gelandet sind und erst dahinter die sprachlich anspruchsvolleren. Wenn man sich aber mit dem Siegertitel genauer auseinander setzt, dann kann man auch hier wunderbar in viele Themengebiete eintauchen und darüber vertieft diskutieren.

    Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht und würde mich über eine erneute Auflage 2018 sehr freuen.

    Liebe Grüße vom Mitjuror
    Marc

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  2. Pingback: Klaus Cäsar Zehrer – Das Genie – LiteraturReich

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